Meinen Lehrern ins posthume Stammbuch geschrieben

Über ein bis ins hohe Alter reichendes Trauma

Der Satz: „Das ist noch nie beschrieben worden!“ zur hochnäsigen Abfertigung einer Fragestellung, ist ein Argument geistiger Sklerose.
„Das hab ich noch nie irgendwo gelesen“, ist fast schon schlimmer, besagt es doch, dass sich die betreffende Person keine eigenen Überlegungen und Schlussfolgerungen zutraut. Oder, freundlichstenfalls*, zu faul dazu ist.
Und doch schlagen uns solche Sätze immer wieder entgegen. Besonders im Bereich der Wissenschaften. Und jede Generation ist davon betroffen.
Leider sind es meist diese Leute, die über unsere Examina befinden…

Irgendjemand sagt immer irgendwann irgendwo irgendetwas zum  ersten Mal, schlägt es als Möglichkeit vor, behauptet es, schreibt es…beweist es…warum nicht ich? Wenn mir die bisherigen Erkenntnisse nicht reichen?

„Wenn jemand dagegen eine Erwiderung schreiben will,
so wird mir das höchst willkommen sein.
Auf keine Weise erschliesst sich nämlich die Wahrheit besser
und wird der Irrtum besser abgewiesen
als in der Abwehr des Widerspruchs.“
Thomas von Aquin, „de perfectione vitae spiritualis“ (13.Jh)

„Jede dumme Frage sollte eine intelligente Antwort bedingen können“
„Es gibt keine dummen Fragen.“
„Wen interessieren heute noch Antworten.“
Jean M.P. Gilbertz, „Über meine Traumata“ (21.Jh)

*hach, wieder so ein schönes Wort, die Linguisten zu ärgern.

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