Die Vollverschleierung als gewollte Exklusion: eine Streitschrift.

Eine Antwort auf Frau Azizis Artikel im „Lëtzebuerger Land“ vom 18-08-17 mit dem Titel:  Atteinte à la liberté des femmes musulmanes.

von Jean M.P. Gilbertz

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Sehr geehrte Frau Azizi

Ich antworte Ihnen auf Deutsch, weil es sich dabei um mein Alphabetisierungssprache handelt, sozusagen die „Hochsprache“ meines Lëtzebuergesch. Sie schreiben auf Französisch, einer der drei offizieller Sprachen unseres polyglotten, liberalen und offenen Landes. Sie sorgen sich um Frauen, die ihre Gesichter jetzt per Gesetz in Luxemburg nicht mehr überall verstecken dürfen. Und Sie warnen uns vor den Konsequenzen, wenn auch wissenschaftlich verbrämt. Damit schlittern wir jetzt aber gefährlich in den Bereich der Sozialpathologie.

Ich sage Luxemburg ist ein offenes Land, und genau so offen begegnen wir uns im Alltag. Wir verstecken weder unsere Gesichter noch unsere Hände und auch nicht unsere Haare, wenn es nicht gerade regnet. Und dies tun wir zusammen mit all den anderen Millionen Mitbürger/innen unseres geliebten Europa seit Jahrtausenden. Es sind Konsens und Gepflogenheiten gleichberechtigter Bürger/innen untereinander, die deutlich machen wollen: hier bin ich, du erkennst mich, ich führe nichts Böses im Schilde. Mal abgesehen von der Bequemlichkeit. Wer hier leben will, sollte sich auch dem gesellschaftlichen Konsens entsprechend verhalten. Die Ritter des Mittelalters hoben, bevor sie zu einem Tournier antraten, die Visiere an und zeigten Gesicht, nannte ihren Namen und den ihres Pferdes. Das Burgfräulein, wie auch die Bauernsfrau, trug lediglich ein Kopfbedeckung oder einen Schleier ums Haar zum Schutz vor Läusen.

Ihre Behauptung, gnädige Frau, muslimische Frauen würden sich aus religiösen Gründen vollverschleiern, läßt den Propheten lediglich den Kopf schütteln. Davon hat er nie etwas gesagt. Ich hab‘ mir die Mühe gemacht, das nachzulesen, Sure für Sure. Es gibt keine solche Vorschrift im gesamten Koran.
Ihre zweite Behauptung, die Damen würden diese Verschleierung freiwillig tragen, aus eigenem Willen, muß ich selbst mit einem Kopfschütten quittieren: die muslimische Frau ist in ihrem gesamten Willen und Wollen ihrem Mann, Vater, Bruder, Onkel, Sohn, Freund und wem noch immer, sei es nur ein Mann, unterworfen. Das allerdings steht so im Koran. Und nicht nur versteckt in einer verlorenen Zeile einer verlorenen Sure.

Sollten Ihre Studien wissenschaftlich belastbare Zahlen hinsichtlich divergenter Motivationen zum Tragen der Vollverschleierung zu Tage bringen, würde ich sie mir gerne anlesen. Ich zweifele erheblich an einer relevanten Zahl emanzipierter, geschiedener Voll-Schleierträgerinnen jenseits der abgeschlossenen Pubertät. Aber Sie wissen selbst, wie empirisch soziologische „Studien“ sein können.

Seine Identität sucht und findet man nicht, indem man sich gegen eine Gesellschaft, die sich seit Jahrhunderten geformt hat und in der man leben möcht, aufleht. Und dies nur weil man aus einem völlig fremden Kulturkreis kommt, in dem man bereits, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr leben konnte oder wollte. Und jetzt weder mit sich selbst noch mit seiner neuen Umgebung zurechtkommt. Die Identitätssuche gelingt weder mit symbolischen, noch mit gewalttätigen Demonstrationen. Diese Ansätze sind, mit Verlaub, Madame, therapie- und nicht erklärungs- und sicher nicht entschuldigungsbedürftig.
Lesen Sie sich an, was im Loretto-Damenschwimmbad Freiburg im Breisgau passiert, wenn ganze Autobusse mit muslimischen Frauen aus dem französischen Elsaß anreisen, und diese Frauen dann sehr aggressiv ihre Vorstellungen von „Toleranz“ und „Zusammenleben“ im Sinne des vor 1300 Jahren lebenden Mohammed gegen die einheimische (weibliche) Bevölkerung, durchsetzen wollen. Dieselben Vorkommnisse werden aus der Schweiz gemeldet. Atteinte à la liberté des femmes musulmanes? Liberté? Der Förderverein im politisch grünen Freiburg hat in einem Brief Saudi-Arabien aufgefordert, doch bitte ein muslimisches Frauenbad im Elsaß zu finanzieren. Eine Antwort steht aus.

Vollverschleierung muslimische geprägter Menschen oder auch andere Trotzreaktionen gegen die Integration in christlich geprägten Ländern, die sie aufgenommen haben und die sie verpflegen, sind durch nichts zu rechtfertigen. In Zeiten von „islamisch“ durchwobenen Morden, „Ehrenmorden“ (horribile dictu!) und Terror in unseren Breiten, ausgeführt von Menschen, die aus muslimischen Breiten stammen, und die sich bewußt ethisch und gesellschaftlich abgrenzen auch noch „soziologisch“ kaschierte Warnungen mit Universitätsadresse an mein tolerantes Luxemburg zu versenden, das, Madame Azizi, das geht gar nicht und hat mit Wissenschaft nichts zu tun.

Dr. med. Jean M.P. Gilbertz (mit Titel, wegen der Sozial-Pathologie)

P.S.

Wenn Sie soziologische Begründungen für die Integrationsunwilligkeit und den von muslimischer Seite sehr aggressiv herbeigelebten „Kulturkampf“ suchen, dann sollten Sie sich auf das Terrain der Geschichtssoziologie und der vergleichenden Religionswissenschaften begeben.

Der Islam, oder vielmehr die Fehlentwicklungen, die aus dessen Glaubens- und Staatsverständnisses hervorgehen, bedrohen inzwischen die ganze Menschheit. Ansässige mit Migrationshintergrund, die bereits hier geborenen und gross geworden sind, sind aber nie richtig in unserer Gesellschaft angekommen, vielleicht weil sie sich hin und her gerissen fühlen zwischen den Werten eines mittelalterlichen patriarchalen Islam, den ethische Vorstellungen also, die ihnen ihre Eltern vermittelt haben einerseits, und den freien Entfaltungsmöglichkeiten des Individuums in den Demokratien der westlichen Welt andererseits.
Die Frau in unseren Breiten ist (wenigstens theoretisch) dem Mann gleichberechtigt und kann ihr Leben selbst bestimmen. Allein dieser Unterschied rüttelt am Selbstverständnis und Selbstwertgefühl des islamischen Mannes, der es gewohnt ist,  in seiner Familie die letzte Instanz zu sein. Auch der größte menschliche und gesellschaftliche Versager bleibt das zu achtende Oberhaupt der Familie. Sein Wort gilt. Seine Frau und seine Töchter glaubt er verschleiern zu müssen, um sie vor den lüsternen Blicken anderer Männer zu schützen. Er bestimmt allein, wo sie wann und mit wem unterwegs sind. Eine verquere Logik, die unterstellt, dass alle (zumindest islamische) Männer unter einem unkontrollierbaren Sexualtrieb leiden und, logischerweise, alle (zumindest islamische) Frauen potentiell „unanständig“ sind, wenn sie unbeaufsichtigt sind.
Vergewaltigungen, wie sie in Indien an der Tagesordnung sind stehen hier nur insoweit zur Debatte, als daß eine unverschleierte, sich unziemlich-westlich kleidende und gebärdende Frau, dieser Logik entsprechend, die eigentliche Schuld am „Geschehen“ trägt. Welch entsetzliches, erbärmliches Welt- und Menschenbild. Und welch minderwertiges Selbstverständnis und Selbstwertgefühl.

(Cf http://www.jmpgilbertz.com Essays in Literatur und Gesellschaft on WordPress)

Geschwätz ohne Rechthabeanspruch

⏺   Schutz vor etwas
ist keine Ausgrenzung von etwas.
© jmpg 05-02-17

⏺   Bin ich automatisch ein Populist, wenn ich die bestimmenden Eliten kritisiere? Sicher nicht! Ich bin ein Populist, wenn ich vorgebe, diese Kritik im Namen des Volkes vorzunehmen, im Namen des gesamten Volkes.
© jmpg 04-02-17

⏺   Einem Teil des „Volkes“, lateinisch „Populus“ genannt, nach dem Mund zu reden, kann zwar opportunistisch und auch verlogen sein, oder in betrügerischer Absicht erfolgen, es ist aber nicht populistisch. Sonst wäre auch eine mit demokratischer Mehrheit gewählte Regierung automatisch populistisch.
Nicht jede Kritik am Bestehenden, die von einem Teil der Bevölkerung getragen wird, ist deshalb „populistisch“, im europäischen Negativ-Sinn.
Populistisch ist erst der moralische Messias-Anspruch mit Ausgrenzung der Andersdenkenden ohne Dialog.
Wenn dieser moralische Alleinvertretungsanspruch zu einer demokratischen Mehrheit führt, die ihre exklusiven Vorstellungen auch exklusiv ausführt, dann hat unsere pluralistische Gesellschaft ein Problem: sie hat faktisch aufgehört zu existieren. Aber was heißt schon „faktisch“ in Zeiten, in denen es angeblich „alternative Fakten“ gibt.
© jmpg 05-02-17

Darüber hinaus gibt es noch einen Unterschied zwischen“populus“ und „plebs“. Das erstere war die gesamte Bürgerschaft Roms, das letztere bezeichnete die Pleb-ejer im Gegensatz zu den Patriziern.

In diesem Unterscheidungssinn wären die „Popul-isten“ eigentlich „Plebej-isten“.
Bedenken sollten wir alle, daß es Demokratie ohne Pluralismus nicht geben kann. Niemand kann „das Volk“ vertreten, der nicht auch die Eliten einschließt. Aber auch die „Eliten“ vertreten nicht das „Populus“, wenn sie die „Plebejer“ ausschließen.
Unser „Plebizit“ findet übrigens dort seinen Ursprung (wobei ich mich frage, wo da die Patrizier abbleiben…😎)

Cf auch: „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“
Bert Brecht (nach dem Gedicht: Die Lösung)

⏺   Wir können auf unseren Territorien nicht für alle die sorgen, die auf ihren Territorien nicht zurecht kommen. Unsere Hilfsbereitschaft würde in Kürze unsere Hilfsmöglichkeiten aufbrauchen und uns selbst Unserer Lebensgrundlagen berauben. Am Ende würden wir alle mit leeren Händen da stehen, ohne denen noch helfen zu können, die unserer Hilfe wirklich bedürfen.
Es übersteigt auch unsere Möglichkeiten, gegen jeden großen oder kleinen Diktator oder unfähigen Herrscher vorzugehen, der seine eigenen Landsleute knechtet und ausbeutet, wenn die Ausgebeuteten sich nicht zusammenschließen und sich wehren. Die Gefahr, daß sie dann anderen, noch groteskeren Diktatoren zur Macht verhelfen, ist allerdings sehr groß, auch wenn wir ihnen helfen. Beispiele bietet unsere jüngste Geschichte zuhauf.
© jmpg 04-02-17
Hat irgend einer von euch eine praktikable Idee?

⏺   Ich habe nichts gegen Andersdenkende, wenn sie mir nachvollziehbare Argumente entgegen setzen. Oder mich falsifizieren können, und sei es nur in Teilen. Aber eben nur dann.
© jmpg 22-01-17

⏺   Integration ist sich Anpassen an das Normativ.
© jmpg 22-01-17
15h23 auf meinem Arbeitsplatz 🛋

⏺   Die öffentliche Ordnung muss aktiv aufrecht erhalten werden, sie bleibt nicht von alleine bestehen. Es ist ein tagtäglicher Kampf an den Rändern der Gesellschaft und oft auch in deren Mitte. Wenn die relative Homogenität der Bevölkerung im Bezug auf gemeinsame Werte und gemeinsame Lebensweise immer weiter schwindet, zum Beispiel durch Zuzug von kultur-, mentalitäts- und religionsfremden Menschen, die nur sehr bedingt eine Integration in die bestehende Gesellschaft anstreben, dann wird die öffentliche und innere und bisher normative Ordnung der Gesellschaft immer brüchiger. Das Selbstverständnis dieser Ordnung, die bei normaler Akzeptanz mit vergleichsweise geringem Nachdruck gesichert werden kann, schwindet. Die bestehenden Sicherheitsstrukturen, die aus ökonomischen und politisch meist zweifelhaften Gründen immer weiter abgebaut werden, erweisen sich schnell als kläglich unzureichend.
© jmpg 22-07-16

Die Pax Romana endete mit dem schlußendlich unkontrollierbaren Zustrom fremder (allerdings kriegerischen) Ethnien von den bröckelnden Grenzen her, während im Inneren der Gesellschaft die Zwistigkeiten und Ränkespiele überhand nahmen. Nicht zuletzt auch wegen der zunehmenden Multikulturalität in den verantwortlichen Staats-Strukturen und über diese hinaus, wurde die Verteidigung und Aufrechterhaltung jedweder Ordnung unmöglich. Der Weg ins Mittelalter begann.

Populismus und Alleinvertretungsanspruch

Die Bedeutung des Wortes Populismus ist keineswegs erodiert. Es hat sich boß kaum jemand die Mühe gemacht, konsequent darüber nachzudenken. Und so wird nachgeplappert, umgedeutet und ausgedehnt was das Zeug hält. Dabei sind die Kriteren, die Populisten erfüllen müssen um als solche zu gelten, ziemlich eindeutig. Der Politologe Jan-Werner Müller hat das in seinem Essay ‚Was ist Populismus extensiv zu beschreiben versucht.
Es ist nicht der politische Stil allein, der den Populisten ausmacht, die radikale Vereinfachung komplizierter Sachverhalte mittels griffiger Stammtisch-Parolen und das Anbieten einfacher, meist nicht praktikabler Lösungen. Das beherrschen die Politiker und die Gewerkschafter allesamt. Siehe Benoît Hamon mit der 32 Stundenwoche und dem bedingungslosen Grundeinkommen, die weder realisierbar noch finanzierbar sind. Auch Rassismus hat nur sekundär etwas mit Populismus zu tun. Gehört aber oft dazu, um die eigenen „Reihen fest geschlossen“ zu halten, wie früher mal gesungen wurde.
Der französische Politologe J.Y. Camus knüpft bei seinem LW-Interview eher an der Postmodernen an und dessen „Ende der großen Erzählungen“ (fin des grands récits) wie J.-F. Lyotard das nannte und dem damit verbundenen exzessiven Pluralismus und einem genau so übertriebenen Individualismus, die beide große Ängste auslösen. Die Populisten erschaffen neue große Erzählungen, zum „Wiedereinfangen“ des Volkes und dessen Beruhigung. Aber auch das macht den Populismus allein nicht aus.
Es fehlt das wichtigste Merkmal überhaupt: Der moralische Alleinvertretungsanspruch.
Der Populist behauptet, als einziger erkannt zu haben, was „das Volk“ will, und diesen Willen möchte er gegen die bestehenden, regierenden Eliten/Institutionen/Gesetzgebungen durchsetzen. Die Partikularität dabei ist, daß Menschen mit anderen Meinungen schlicht nicht zum „wahren Volk“ gehören. Alles dreht sich somit um Exklusivität und Exklusion.
Am bekanntesten sind wohl die Aufmärsche in Dresden mit der Parole: „Wir sind das Volk.“ Dieser Satz ist eindeutig populistisch, wenn er in einer pluralistischen Demokratie benutzt wird. Denn er bedeutet: „Nur wir sind das Volk“ und entspricht so dem moralischen Alleinvertrtungsanspruch und der Exklusion der Andersdenkenden. In einer Diktatur, wie sie die DDR darstellte, und wo die Parole ihren historischen Ursprung hatte, ist sie zwar immer noch populistisch, aber überaus legitim. In unseren Ländern müßte es, um nicht populistisch zu klingen, heißen: „Auch wir sind das Volk, und möchten gehört werden.“
Beispiele gibt es zuhauf. Erdoğan rief seinen Gegnern zu: „Wir sind das Volk. Wer seid ihr?“ Victor Orbàn meinte, seine Partei könne nicht abgewählt werden, weil „das Volk“ nicht in der Opposition sein kann. Trump gibt „dem Volk“ die Macht zurück, wie er sagt, allein durch die Tatsache, dass er, von einer Minorität, „erwählt“ wurde. Dem Andersdenkenden wird einfach die moralische Legitimität abgesprochen.
„Das Volk“ als solches gibt es nicht, es läßt sich als solches nie ganz fassen, es ist in ständiger Veränderung. Trotz aller Manifestationen, Aufmärschen, Umfragen, „shit-storms“ auf Facebook: der „wahre Wille“ des „wahren Volkes“ zeigt sich dadurch nicht. Nur durch freie Wahlen, -die übrigens keine Veranstaltungen zum Verteilen von Blankovollmachten sind, wie Herr Asselborn das einmal angedeutet hat-, kann man den vermuteten Volkswillen in Teilen erahnen. Aber das Wahlverhalten ist in Zeiten alternativer Fakten bereits weitgehend manipulierbar geworden. Das neue Einflüstern, das dem Volk suggeriert, was es denken und erstreben soll, läuft heute über die sozialen Medien. Die Populisten haben das vor allen anderen erkannt, ganz gleich aus welcher politischen Ecke sie stammen. Es geht ihnen um die Macht, nicht um den Willen der Mehrheit der Bürger. Parteien aber vertreten, wie es der Namen bereits andeutet, stets nur einen „Part“, einen Teil dieser Bürger.
Der Aufstieg der selbsternannten Erlöser mit ihren einschmeichelnden Einfachlösungen beginnt mit dem oft hilflosen Schweigen der Verantwortlichen der bestehenden Macht. Unseren gewählten Vertretern fehlt es meist sowohl am Global- wie auch am Detailverständnis so mancher Probleme und vor allem am Mut und der Fähigkeit, die Tatsachen so zu schildern, wie sie sind. Und die nötigen Konsequenzen zu ziehen.

Auch die Medienlandschaft in ihrer angeblichen Diversität kann populistisch reagieren. Ich erinnere mich nur zu gut an die Kommentare in sämtlichen luxemburgischen Medien im Anschluß an das Referendum von 2015. Damals hatten fast 80% der stimmberechtigten Bürger (ich vermeide mit Absicht den schwammigen Begriff „Volk“) gegen die Vorschläge der von ihnen gewählten „Volks“vertreter gestimmt. Es folgte eine landesweite degradierende Schimpfe auf das uneinsichtige „Volk“ und eine narzistische Selbsterhöhung der „Eliten“, einschließlich so mancher Redakteure. Ohne jetzt auf Einzelheiten einzugehen. Das war meist reiner journalistischer Populismus mit „Allein-Rechthabe-Anspruch“.
Diesmal, im E-mail-Gespräch der beiden LW-Redakteure, sind Sätze gefallen, die erklärungsbedürftig sind. Denn Mme Cahens Aussagen waren weder populistisch noch menschenverachtend und auch nicht aufwiegelnd oder ausgrenzend. Sie entsprachen den allseits bekannten Tatsachen und können höchstens unbequem genannt werden. Aber sie waren auch überfällig, weil wir Ross und Reiter benennen müssen, um den wirklichen Populisten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Man darf Mme Cahen kritisieren, aus welchem Grund auch immer, und auch Herrn Schmit, man muß es aber nicht und es ist auch nicht „geboten“. Man soll es nicht „müssen“. Weil dieses „müssen“ nichts anderes wäre als ein exklusiver moralischer Rechthabe-Anspruch.
Populismus ist inzwischen zu einem meist unreflektierten Totschlagwort geworden, im gleichen Atemzug mit „Nazi“ und „rechtsextrem-rechtsnational“ oder eben: „menschenverachtend“, ein Qualifikativ das man in heutigen Zeiten nicht so ohne weiteres mißbrauchen sollte. Wenn abweichende Meinungen und fundierte Kritik aber immer gleich als „populistisch“ abgetan werden, beraubt sich die Demokratie ihrer elementaren Korrekturmöglichkeiten.
Das Problem mit Provokationen, über die hier spekuliert werden, liegt immer auch bei denen, die sich provoziert fühlen. Meistens hat der Gegenüber dann einen „wunden Punkt“ berührt. Es muß sich dabei keineswegs um Lügen handeln. Auch das Aussprechen anderer Meinungen und von bis jetzt aus politischen Gründen verschwiegenen Wahrheiten kann den Provozierten in Verlegenheit bringen, der dann gekränkt und wütend reagiert. Aber auch das gehört zum pluralistischen Anspruch der Demokratie: Niemand hat einen Alleingültigkeits-Anspruch. Auch nicht Herr Asselborn, dessen Reaktionen aus diesem Grund des öfteren verdächtig in die Populismusrichtung zeigen. Auch wenn sie noch dem augenblicklichen politischen Mainstreamdenken entsprechen.

Jean M.P. Gilbertz

Bibliographie
Jan-Werner Müller, ‚Was ist Populismus?‘
Robert Paul Wolff, Barrington Moore, Herbert Marcuse 1965 ‚Kritik der reinen Toleranz‘
Jean-François Lyotard, ‚La condition postmoderne‘ 1979

Das Kreuz mit dem Kreuz

img_3045Luxemburgs Regierung ist durchsetzt von Mitgliedern der Glaubensgesellschaft AHA*. Und diese Glaubensgesellschaft (politisch korrekt „laizistische Vertreter“ genannt) wird über unseren zukünftigen Werteunterricht und das Basiswissen unserer Kinder entscheiden.
Dabei ist die AHA selbst nichts weiter als eine letztendlich unziemlich aggressive Glaubensgemeinschaft, die alle anderen Glaubensgemeinschaften abschaffen will (wieso kommt mir das jetzt so bekannt vor?). Das Toleranzprinzip der Aufkärung besagt, dass keine kirchliche, religiöse oder staatliche Instanz das Recht hat, Menschen einen Glauben aufzuzwingen. Was zum Teufel ist der Zwang, ohne jegliche alternative Wahl, zum a-religiösen Werteunterricht anderes, als ein durch die Hintertür eingeführter Glaubenszwang?
Sie glaubt nicht an höhere Wesen, das ist ihr gutes Recht. Aber sie wollen auch die Glaubensinhalte aller anderen Gemeinschaften auslöschen, und die mit jedem Glauben verbundene Hoffnungen. Das ist nicht mehr ihr gutes Recht. Was bleibt einem Menschen ohne Hoffnung?
Nur noch der darwinistische „struggle for life“, der Kampf aller gegen alle. Erstmal um zu überleben, und dann, um möglichst gut zu leben. Rivalisierende Clans und Stämme sind seit jeher entstanden, um die Chancen des Einzelnen zu multiplizieren. Sie bilden sich aus gemeinsamen Interessen heraus, nicht wegen des „Guten“ im Menschen.
Genauso kämpfen heute noch Staaten gegen Staaten, um Essen, Trinken, Wohnen, gut, besser, am Besten. Auf jeden Fall besser als der/die Andern. Die einzige „Hoffnung“, die dem Menschen bleibt ist, nicht ins Räderwerk dieser glaubens- und hoffnungslosen Gesellschaften zu geraten.
Die Hoffnungslosigkeit, die gleichzeitig mit der Ausradierung des Glaubens einhergeht, dieser Nihilismus ist nur erträglich und lebbar, wenn wir die Endlichkeit des Menschseins ausblenden. Kopf in den Sand und Scheuklappen dazu. Für die Jugend und die jungen Erwachsenen ist der Tod ein Unfall, der sie nicht betrifft, und alt sind sie noch lange nicht. Also, Augen zu und durch, weil der Nachbar das ja offensichtlich auch tut.
Es ist schwer heute, sich zu einer noch so kleinen Hoffnung zu bekennen, in einer Gesellschaft, die ja soo aufgeklärt ist, soo unglaublich wissend, dass sie ihre eigentliche Unwissenheit mitsamt jeglicher Hoffnung weglacht. Zumindest öffentlich. Man will sich ja nicht dem Spott aussetzen.
Wenn nur die stillen Augenblicke nicht wären, die Nächte, die Ängste, die Krankheiten, und das teuflische Älterwerden! Die neoliberale, gott-lose Welt ist laut, schmutzig, gierig, neidisch und erbarmungs- und rücksichtslos. Zeit zum Nachdenken wäre fatal, darum wird auch der Urlaub durchgetaktet. Weg mit dem Glauben, weg mit den Religionen und Kirchen, her mit dem kruden, prallen, sinnbefreiten Konsum-Leben! Unsere Kinder? Sollen machen, was sie wollen!

Moral ist eine Art Gesetzgebung. Wenn sie greifen soll, dann muss sie überwacht werden, genau wie die weltlichen Gesetze. Und es sollte abschreckende Strafen geben. In jedem Staat gibt es Straftaten, weil die Polizei nicht jeden Winkel ausleuchten und (Gott sei Dank) nicht in die Hirne schauen kann.
Wenn ein Mensch glaubt oder hofft, dann erlaubt er „Gott“, oder wie auch immer wir diese übergeordnete Existenz nennen wollen, dann erlaubt er Gott, ihm beim tägliches Denken und Handeln zu zu schauen. Und mit diesem dann dauerhaft anwesenden Erinnerungsfinger laufen wir, moralisch integer, trotz Überschreitungen, die ja gütig verziehen werden können (auf Bewährung, heisst das dann wohl) bis hin zum Übergang (Tod) in den Zustand (Leben nach dem Tod), den wir nicht kennen und in unserer Hoffnung „Himmel“ nennen.
Sogar wenn Gott lediglich aus einem urmenschlichen Bedürfnis heraus entstanden ist, warum wollen wir uns dann dieser Befriedigung berauben? Wenn wir dem Menschen das Fundament der Moral wegnehmen, die Hoffnung, und wir ihm auch noch Straffreiheit zusichern, dann bleibt ihm kein Grund, um moralisch zu handeln! Das Handeln wird zum taktischen Spiel degradiert. Zum Beispiel im Krieg, trotz Genfer Konvention, weil der Sieger die Rechtsprechung bestimmt. Deshalb heisst es wahrscheinlich auch Genfer Konvention und nicht Genfer Glauben.
Wir werden also von Kindesbeinen an lernen müssen, die Zähne zusammen zu beissen, bis sie auch im Schlaf und in den Angstträumen knirschen, um unsere Todesahnung trostlos aber heroisch auszuschalten. Wenigstens öffentlich. Es wird nur noch ein Winterfest geben und ein Hasenfest, alle Namenstage werden logischerweise wegfallen und für die restlichen religiösen Feiertage werden die Regierenden sich schon noch andere Namen und Ursachen einfallen lassen. Allein der Beamten wegen. Willkommen in der gottbereinigten Zukunft.
Der überaus tolerante Sokrates war weder Atheist noch Fundamentalist. Seine Nachfolger, bis hin zu den so viel bemühten Humanisten, auch nicht. Sie waren Denker. Das unterscheidet sie deutlich von unserer Regierung, der AHA und ihren Anhängern.

© jmpg 2016

* AHA Assoziation der Atheisten-Humanisten-Agnostiker

Denkverbote und Neurose

     Es sind nicht die, die den Finger in die Wunde legen, die uns verunsichern. Es sind die, die im finsteren Wald pfeifen und uns ob unserer Verunsicherung auch noch Schuldgefühle einreden wollen.
Wenn Mörder vermehrt sichtbare ethnische Merkmale tragen, dürfen die Opfer nicht dazu verurteilt werden, dies ignorieren zu müssen. Jeder, der diese ethnischen Merkmale trägt, muß uns verdächtig erscheinen dürfen, wenn wir, zu unserem eigenen Schutz und dem des Staates, aufmerksam sein sollen.
Es ist der elementare atavistische Überlebenstrieb, der uns diktiert, nach Erkennungszeichen für eine mögliche Gefahr Ausschau zu halten und instinkthaft darauf zu reagieren. Dies wird umso problematischer, wenn die involvierten Ethnien in unserer Mitte leben. Ob friedlich oder nicht.
Wegschauen und hoffen, daß der Kelch bald leergetrunken ist, wenn er schon nicht an uns vorübergehen will, ist nicht sehr hilfreich, weil immer wieder nachgegossen wird. Entweder wir bemächtigen uns der Flasche, oder derer, die nachfüllen. Auch wenn diese, wie wir nur zu gut wissen, in Saudi-Arabien sitzen und fleißig Salafisten heranzüchten.
Es reicht auch nicht, an der Treppe zu hoffen, daß uns niemand hinunterstößt. Wir sollten uns schleunigst angewöhnen, unsere nähere Umgebung regelmäßig nach möglichen Gefährdern abzusuchen. Natürlich haben die nicht notwendigerweise eine nordafrikanische, afghanische oder arabische Physiognomie. Nachahmer gibt es in allen Gesellschaften. Und die guten Muslime gibt es auch.
Das darf zwar nicht und wird auch nicht zu einer Sippenhaft führen und auch zu keiner Vorverurteilung. Aber zu einem          Generalverdacht, den die muslimische Welt sich leider redlich erarbeitet und verdient hat, wird es führen müssen. Mit ihren archaischen Einstellungen, ihrer Intoleranz allen Bereichen unserer offenen Gesellschaft gegenüber und der Relativierung allen Geschehens, sobald es um ihre religiösen Überzeugungen geht, nähren sie unser berechtigtes Mißtrauen. Auch wenn wir nicht in Molenbeek wohnen oder in der Nähe eines Flüchtlingsheimes, es geht um das berüchtigte Zitat Mao Zedongs „Der Revolutionär schwimmt im Volk wie ein Fisch im Wasser“. In diesem Fall schwimmt der muslimische Extremist in der muslimischen Parallel-Gesellschaft, die ihn nur selten an die kuffār verrät, wenn sie ihn überhaupt entdecken will.
Der Generalverdacht, oder soll ich sagen, die General-Angst, muslimisch aussehenden Menschen gegenüber ist da, in uns drin, ob wir es zugeben und laut sagen, oder nicht. Und unsere Wut auch, als Ausdruck unserer Hilflosigkeit. Wenn wir Angst und Verdacht unterdrücken, führt dies lediglich zur klassischen freud’schen Konfliktsituation zwischen Empfinden und Dürfen. Das Resultat, das wir tagtäglich aus den Medien herauslesen und hören, ist ein völlig neurotisches Verhalten, auch der Politik, die hin und her gerissen ist zwischen Realität und Wunschdenken.
An unseren christlichen Werten sollten wir trotzdem, unser selber Willen, festhalten. Es ist die moralische Beliebigkeit einer forciert sekulären Zeit, die gegenüber einem festen Glauben, und sei er noch so steinzeitlich, stets den Kürzeren ziehen wird.
Wenn schon Aufmerksamkeit in unserer freien Gesellschaft der einzige Schutz sein darf, den den wir uns erlauben, dann sollte diese Aufmerksamkeit nicht auch noch unbedachterweise beschnitten werden.
Sollen wir Roß und Reiter nicht mehr benennen dürfen? Wer das verlangt und darüber hinaus noch die Gesamtsituation zu relativieren versucht, ist nicht bei Sinnen.
Denn die Bürger werden aus Sicherheitsbedürfnissen heraus die Volksverführer wählen, weil sie der Partei- und Medien-Besserwissereien überdrüssig sind, und weil sowohl Verantwortliche wie Opposition ihnen verständliche und vernünftige Antworten schuldig bleiben.
Wenn wir Gott fragen, warum er nichts gegen diesen Irrsinn unternimmt, wird er uns dieselbe Frage stellen.

© jmpg 20-12-16 trotz aller christlicher Überzeugung in ihrer Urbedeutung

Dürfen wir das sagen?

imageEin Exkurs in die Realität

Warum sollen wir in unseren ureigenen, seit zwei Jahrtausenden christlich geprägten Länder in der Öffentlichkeit auf das Kreuz als Symbol unserer gemeinsamen Geschichte verzichten? Und sei es nur als Schmuck um den Hals getragen?

Weil ein Pulk an bildungs- und kulturfernen, oft aggressiv intoleranten Muslimen, mit nicht selten dubiosem Migrationshintergrund, uns ihre archaischen Lebensweisen mitsamt ihren Symbolen aufzwingen will und wir das nicht wollen? Dann schaffen wir halt, tolerant wie wir sind, unsere eigenen Symbole samt dem dazugehörigen Überzeugungen gleich mit ab und stellen einem festen Glauben unsere ethischen Beliebigkeiten entgegen.
Diese Haltung löst bei den muslimischen Gläubigen nur Verachtung aus. Sie versuchen darob sich in ihren Parallelgesellschaften von uns abzuschotten. Unter praller Ausnützung aller Vorteile unseres, von uns Bürgern immer schwieriger zu finanzierenden, Sozialwesens.

Sie versuchen uns die Lebensweisen ihrer zum Teil primitiven Stammes-Gesellschaften anzudienen, aus denen sie geflüchtet sind, aus welchen respektablen Gründen auch immer. Gleichzeitig verweigert ein überwältigender Anteil dieser Menschen konsequent jeden Respekt vor den Gesetzen, und jede Anpassung an die Kultur, die Gebräuche und Sitten der Länder, die sie aufnehmen und jetzt ernähren. Und das nicht nur in erster Generation.

Die nordafrikanischen Ethnien tun sich in dieser Hinsicht ganz besonders hervor. Frankreich kann inzwischen ein sehr unschönes Chanson davon singen. Deutschland in zunehmendem Maße auch. Nicht zuletzt den afghanischen Migranten bleibt unsere westliche Welt weitgehend unverständlich. Für eine schnelle Anpassung fehlen, herkunftsgemäß, die kaum entwickelten kognitiven Fähigkeiten.

Zum neuronalen Überschreiben der prägenden Strukturen mit den Werten, Erfahrungen und Kenntnissen, die zum Verständnis unserer weiter entwickelten Welt nötig wären, fehlt, von Seiten der Migranten her, meist der Wille sowie die Erkenntnis der Notwendigkeit dieser Lernprozesse. Das Festhalten an dem bereits früher Erlernten und dessen Verteidigung gaukelt der zugereisten Gruppe eine trügerische Stärke vor.

Von unserer Seite her fehlt nicht minder der Wille, auch weil die benötigte Zeit genauso Geld kostet, wie die noch nicht vorhandene Logistik. Geld, das dann nicht mehr für den Eigenbedarf zur Verfügung steht. Und es fehlt an Geduld, wenn sich Fortschritte nicht zeitgerecht einstellen, und die zunehmend wahrgenommene Weigerung oder Unfähigkeit der Einwanderer sich anzupassen erklärt unsere zunehmende Ablehnung ihnen gegenüber.

Die Angst vor einem langdauernden, schleichenden und auch wachsenden Ausfransen unserer bestehenden Ordnung und unseres gesetzlich geregelten Zusammenlebens durch sich ausweitende Übergriffe der Zugereisten tut ein Übriges.
Darüber hinaus ist es ja nicht so, dass wir in einem konfliktlosen sozialen Schlaraffenland leben würden, in dem es für jeden Autochtonen Arbeit und Geld im Überfluß gäbe. Auch sollten wir nicht vergessen, dass eine beachtliche Menge der Basisprinzipien die unser Zusammenleben ermöglichen, lediglich einen bestmöglichen Kompromiß darstellt und darüber beileibe keine Einstimmigkeit herrscht. Jede Gesellschaft lebt, entlang des evolutiven Wandels seiner Werte, im besten Fall im prekären Gleichgewicht des Konsenses.
So gesehen stellt der fordernde zugereiste Fremde eine vermutlich tatsächliche Bedrohung dar.

Es gibt kein Multikulti-Europa und es darf auch nie eines geben, es wäre das Ende jeden sozialen Friedens. Es kann nur ein freiwilliges Zusammenleben und Zusammenarbeiten geben, in gegenseitigem Respekt. Einen Zusammenschluß von pluri-ethnischen Nationalstaaten also, mit ihren jeweiligen Leitkulturen, welche in Europa alle christlich-humanistischen Ursprungs sind und daher dem gegenseitigen Basisverständnis nicht im Wege stehen. Vom Nordkap bis zum Felsen von Gibraltar.

Alle diese Aussagen haben nichts mit Rassismus zu tun und auch nichts mit Intoleranz. Oder Überlegenheitsdenken. Oder gar mangelnder Empathie. Sie richten sich auch nicht gegen unsere Pflicht, Hilfsbedürftigen zu helfen. Gerade unsere christlichen Wurzeln halten uns dazu an.
Diese Aussagen beschreiben nur die nüchternen Tatsachen, ohne Rücksicht auf die verschiedenen politischen Machtspielchen von Regierenden und diversen NGOs, denen die einfachen Bürger tagtäglich ausgesetzt sind. Die Presseprodukte spiegeln diese versteckten Kabalen zwangsläufig wieder, jedes seiner Couleur entsprechend. Eine für jeden verständliche, ideologieunabhängige Moderation, in Wort und Tat, findet nicht statt. Das aber wäre die Voraussetzung für einen humanen und gleichzeitig vernünftigen und für jeden annehmbaren Umgang mit dem heutigen Migrationsproblem.
Leider verstecken sich hinter so manchem Gutmenschtum allzuoft bloß uneingestandene Partikularinteressen. Im Einzelnen und in der (politischen) Gruppe. Zum Entzücken aller einfältigen Populisten. Schön wäre es, könnten wir den Anfängen wehren. Aber dazu bedarf es der Wahrheit!
© jmpg 15-09-16

Versuch einer Positionierung (Teil3) Januar 2015

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Jean M.P. Gilbertz, Januar 2015

Kurzer Essay über die Sinn-Suche

Die Sinnsuche des Menschen ist eine Realität, die kein noch so entschiedener staatlicher Laïzismus aus der Welt schaffen kann. Dieser läßt uns mit einer Leere zurück, die uns in die Arme jedmöglicher Verführer werfen kann.
Sinnsuche ohne wenigstens die Möglichkeit einer göttlichen Existenz in Betracht zu ziehen, ist Augenwischerei.
Atheismus ist eine relativ „moderne“ Erfindung, die auf der schönen Idee beruht, der Mensch selbst sei das höchste Wesen, in einem Universum, das sich selbst erschaffen hat.
Mit dem „Homomensura“-Satz, „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ des Protagoras (490-410 v.Ch) hat diese Idee allerdings überhaupt nichts zu tun, sagt der doch bloß aus, dass alle Dinge so sind, wie der Mensch sie (mit seinen bescheidenen Sinnesorganen und seinen ebenso bescheidenen Geistesfähigkeiten) erlebt. Wobei noch zu klären wäre, ob Protagoras damit den einzelnen Menschen meinte, oder die Menschheit. Aber Protagoras war auch ein Sophist, dem es in der Dikussion nicht um die Wahrheit ging, sondern darum, mit der eigenen Meinung die Argumente der andern, auch wenn diese besser waren, niederzuringen.
Wobei wir bei der Politik angekommen sind, bei der die Worthülsen den Inhalt verbergen und doch schmackhaft machen sollen. Und den Gegner mundtot.
Was das mit der Sinnsuche zu tun hat?
Wir haben heute in Luxemburg eine „Umbau-Koalition“, angeblich eine Koalition mit Visionen. Das mag vordergründig interessant erscheinen, wenn wir mit Deutschland und der sachlicher Frau Merkel vergleichen, Die Rückseite der Medaille aber, ist der relative Chaos, der jeden Umbau begleitet. Der hiesige Umbau diente leider von Beginn an als mannigfaltige Ausrede für alle augenblicklichen unzulänglichen Zustände und Versuche. Störend erscheint mir das endlos wiederkehrende Wort: „angedacht“. Für mich kann dieses Wort zwar für Umbau stehen, aber sicher nicht für Visionen. „Angedacht“ heißt nichts anderes, als „noch nicht zu Ende gedacht“! Während Frau Merkel zugeschrieben wird,  jede ihrer Unternehmungen „vom Ende her“ zu denken, haben wir in Luxemburg Politiker, die den Blindflug antreten, in der Hoffnung, dass der Nebel sich lichtet und sie die Bergspitzen rechzeitig sehen.

Was das denn jetzt endlich mit der Sinnsuche zu tun hat?

Die Dreierkoalition ist erklärterweise angetreten, die Sinnsuche des Menschen und die Probleme und Krisen, die dieses Unterfangen seit Menschengedenken hervorruft, insbesondere bei der Jugend, in die Privatsphäre zu verbannen. Raus aus den Schulen. Damit bleibt den Eltern überlassen, unbesehen derer Fähigkeiten oder Nichtfähigkeiten, sinnsuchende Fragen des Nachwuchses zu beantworten. Die laïzistische Schule vermittelt abstrakte laïzistische Vorschläge, die sie selbst nicht praktiziert. Alles frei, alles schön, alles offen. Ein idealer Halt.

So, wie Frankreich seit 1905, mehr als 100 Jahre nach der Revolution, mit zweifelhaften Resultaten. Dabei waren nicht wenige dieser Revolutionäre (Robespierre) 1794 für die Einführung eines „Être Suprême“, in Ermangelung der Kirchen und Religionen, die sie haßerfüllt zusammen mit dem Adel zumindest symbolisch guillotiniert hatten. Wußten sie doch, daß es nicht reicht, Gefängnisse aufzubieten, sondern man eines Himmels und einer Hölle im Jenseits bedarf, um den Menschen dazu anzuhalten, seinem Nachbarn ein guter Nachbar zu sein. Das Gute ist im Menschen leider nicht als Trieb angelegt, sondern nur die Selbsterhaltung. Mit dem „Gutsein“ verdienen wir uns die ewige Sorglosigkeit im Himmel. So die Überlegungen seit Moses Gedenken. Die Zehn Gebote sind ein Resultat, das weltweit in jede Gesetzgebung einfließen könnte. Nur halt daß Jahwe, Gott und Allah von oben die Kontrolle behalten.
Napoleon wiederum brauchte Gott und den Papst, um sich in deren Anwesenheit selbst zu krönen, als ultimative Legitimation.

Was scheren mich aber die republikanischen Werte, wenn mir die Mißachtung dieser Werte, im Augenblickt und in Ewigkeit, ungestraft zu Vorteilen verhilft? Dann heißt es bloß: lass dich nicht erwischen. Den „Big Father“ oben im Himmel, der all diese Sünden wider den Nächsten mitkriegt, gibt es ja nicht.
Die Inhalte des „Ersatzunterrichts“ in unseren Schulen gibt es bis jetzt auch noch nicht. Alles ist erst „angedacht“.
Erstaunlicherweise haben die Kirchen es geschafft, in den Kommissionen Platz zu finden, die über diese Inhalte beraten sollen. Und der radikal laïzistische Großherrzogtumsgedanke (die Republik gibt es ja noch nicht), konnte, bevor er in dem neuen Grundgesetz festgeschrieben wird, noch entscheidend verwässert werden.
Doch bereits jetzt gelten die, vom augenblicklichen Staat zu übernehmenden und umzuschulenden (klingt irgendwie wie „Umerziehung“, oder?) ehemaligen Religionslehrer als Gottes „Fünfte Kolonne“. Sie stehen unter dem Generalverdacht, insgeheim Unlaïzistisches in den Schulen verbreiten zu wollen. Mit dem Fazit: die „angedachten“ Veränderungen, unausgegoren in allen Belangen, haben bereits jetzt zu einer unnützen Polarisierung in der Gesellschaft geführt, nicht nur im Bereich Kirche-Staat, sondern in allen wichtigen Zukunftsbereichen, allen voran dem der Erziehung und somit der Vorbereitung auf’s Erwachsenwerden.
Mit Verständnis und Toleranz, mit Diversifizierung des Wissens im Sinne einer wirklichen humanistischen Ausbildung hat das alles nichts zu tun. Humanismus ist definitiv weder a- noch antitheistisch!
Was bleibt uns übrig? Uns lautstark zu wehren und auf die nächsten Wahlen zu warten, voll Hoffnung und ….Gottvertrauen?

Was tun wir inzwischen in einer solchen Konstellation mit den Menschen, denen Gottes dicker Zeh mehr bedeutet, als alle Versprechungen auf ein unerreichbares irdisches Paradies? Die, die in unserer modernen sekulären Gesellschaft, ohne Hoffnung auf ein Wiedererstehen in einer göttlichen Hand, verkümmern?

Integrieren wir sie… irgendwie? Aber was wenn sie sich nicht integrieren lassen wollen, weil sekuläre Antworten für sie keine Antworten sind, sondern nur Verlegenheitserklärungen? Grenzen wir sie aus? Das Resultat kennen wir. Erschießen wir sie? Es sind zu viele! Es sind zu viele, die den Sinn des Lebens suchen.

Von der Sinnsuche in der Dritten und Vierten Welt zu sprechen, sollten wir aber geflissentlich unterlassen: Wenn der Frieden die Sinnlosigkeit der Existenz erst richtig erkennbar macht, so vergißt man im Kampf ums Überleben, weshalb man überleben will.
944 Wörter

Versuch einer Positionierung (Teil2) Januar 2015

 

 Kurzer Essay über Gott

Der Nazarener ist der Erste und Einzige in der (zumindest mir bekannten) Weltgeschichte, der von einem Zusammenleben in Nächstenliebe und von Verzeihen spricht, davon, dem Haß die Liebe entgegen zu halten, davon, daß ehrliche Armut allemal besser ist als räuberischer Reichtum, dass der, der durch das Schwert regiert, durch das Schwert umkommen wird. Mag sein, daß es übertrieben klingt, wenn er verlangt, die linke Wange hinzuhalten, wenn man dich auf die rechte schlägt, weil das sehr schnell zum Recht des Stärkeren und des Skrupelloseren führt. Er vergibt der Ehebrecherin und fordete den auf, den ersten Stein zu werfen, der ohne Fehl und Tadel ist. Er bittet alle die, die wissen, dass noch jemand Vorwürfe gegen sie hegt, mit Beten aufzuhören, den Tempel zu verlassen, und erst diese Vorwürfe aus der Welt zu schaffen. Er forderte die Erwachsenen auf, die Kinder zu respektieren und zu schützen.

Er forderte Mitleid und Hilfsbereitschaft, und Unterstützung derer, die unschuldig in Bedrängnis geraten sind. In diesem Bereich ist unser Sozialsystem (manchmal) sogar schon etwas weiter. Aber was den ganzen Rest betrifft, hinken wir Lichtjahre hinterher.

Der jüdische Jahwe, der Gott unseres Alten Testamentes, ist ein zorniger, eifersüchtiger, rachsüchtiger und sogar rassistischer Gott. Der islamische Allah ist nicht besser, er hat auch kaum eine Chance gegenüber seinem Interpreten, dem Propheten, der ein weltlicher Herrscher und Eroberer war. Für Mohammet zählten Gewalt und Krieg zu den bevorzugten Expansionsmittel, (die Israeliten allerdings dachten genauso, in einer antiken Welt voller Überlebenskriegen). Er forderte den Tod von Nicht- und Andersgläubigen. Sein Allah ist nicht weniger zornig, und rachsüchtig wie der jüdische Jahwe.
Seine Anhänger haben diese Sichtweisen bis heute nicht abgelegt. Die jüdischen Weltbürger erzwungenermaßen seit langem schon. Sie wurden dafür in allen Lebensbereichen kreativ. Die Christen, ihrerseits, sind nach einigen blutrünstigen Jahrhunderten endlich im Begriff zur reine Lehre zurückzufinden.

Im Islam geht es nicht darum zur reinen Lehre zurückzufinden, denn wohin das führt erleben wir zur Zeit weltweit. Es sollte ihren Anhängern darum gehen, einen neuen, zeitgemäßen Zugang zu einer religiösen Schrift zu finden, die im Wesentlichen eine Sozialgesetzgebung darstellt, und, nach 1300 Jahren wortwörtlich genommen, nichts als ein totgefährlicher Anachronismus ist mitsamt ihrem barbarischen Strafgesetzbuch, der Scharia.

Dazu sollte jeder wissen, daß die absolute Macht gepaart mit einer einzigen gültigen Denkrichtung, zwangsweise zur (auch physischen) Eliminierung aller anderen Denkrichtungen führt. Ob im Judentum, im Christentum oder im Islam.
Der göttliche Vater des Nazareners Jesus aber ist ein gütiger Gott, ein barmherziger Gott, der dem Menschen Vergebung anbietet, so dieser ehrlich seine Fehler und Verstöße gegen die Nächstenliebe bereut. Ein gewaltloser Gott. Ein toleranter Gott. Das hatten seine Vertreter in den letzten Jahrhunderten nicht immer richtig verstanden. Freundlich ausgedrückt.
Von Terroranschlägen christlicher Minoritäten in andersgläubigen Ländern ist mir nichts bekannt. Der französische Begriff „assassin“ für „Mörder leitet sich von den Assassinen, einer ismaelitisch-islamischen Sekte ab, die im 11. Jahrhundert, während des 3. Keuzzuges berüchtigt wurde (und die sich zeitweise sogar mit den Kreuzrittern verbündeten, die ihrerseits nichts anderes waren als religiös verbrämte Raubritter). Die Assassinen töteten oder vielmehr meuchelten ohne Rücksicht auf das eigene Leben und sind wohl die Vorläufer der islamischen Selbstmord-Attentäter. Den eigenen Tod nahmen sie billigend in Kauf, versprach er ihnen doch die Aufnahme ins Paradies und die individuelle Betreuung durch siebzig Jungfrauen. Auch die heutigen Selbstmordattentäter erwartet dieser paradiesische Service, es sei denn, angeblich, sie werden von einer Frau getötet. Wovor die ISIS-Kämpfer Angst haben, wenn sie gegen kurdische Frauenverbände kämpfen.
Was mit den Jungfrauen geschieht, wenn sie nicht mehr Jungfrau sind, ist auch geregelt: sie werden nach jeder „Benutzung“ wieder zu genuinen Jungfrauen. Wir begegnen dem frauenverachtenden Konzept des Islam in seiner absurdesten Form. Nicht zuletzt, weil ihnen eine bereits „gebrauchte“ Frau keinen innehabenden Wert mehr hat. In dem Punkt hat sich bei uns allerdings auch erst recht spät etwas getan. Ich könnte Seiten füllen, diese Männer-Ängste und Besitzansprüche psycho- und sozio-anthropologisch zu erklären.

Daß die Katholische Kirche große Sünden an der Menschheit begangen hat, und manchmal noch begeht, das leugnet sie heute selbst nicht mehr. An der Lehre des Nazareners liegt es nicht. Seine Lehre kann nur an den Menschen scheitern, die sich zu Stellvertretern Gottes auf Erden aufschwingen. Der Weg der christlichen Erneuerer ist noch steinig und weit. Lang lebe Franziskus I.

PS Ach ja, zur Erinnerung: die Lehre Jesu steht im NEUEN Testament (von Paulus etwas manipuliert). Das Alte Testamament dient lediglich der geschichtlichen, religiösen Evolutionserkärung. Es heißt „alt“, weil es alt ist und überholt. Jesus zitierte die „alten“
Propheten und fügte dann hinzu: „Ich aber sage euch….“. Dass in seinen Gleichnissen Bilder und Situationen der damaligen Zeit herrschen ist selbstverständlich. Nicht so selbstverständlich ist, daß er die Nächstenliebe auf dieselbe Stufe setzte, wie die Gottesliebe ( Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Mt 25,31-46). Eine ungeheuerliche Forderung, die es bis dahin in keiner Religion gegeben hat. Die Gottesliebe im alten Testament war voller Furcht vor Jahwes Sanktionen. Die im neuen Testament sollte frei von Furcht sein, dafür aber voller Selbstreflexion. Erinnert mich irgendwie an den…Humanismus?

 

Versuch einer Positionierung (Teil 1) Januar 2015

Erinnerungen

Jean M.P. Gilbertz, Januar 2015

Die Reaktionen unserer politischen Vertreter nach dem Pariser Massaker hat mich in ihrer Naivität und ihrem Mangel an Verständnis von Ursache und Konsequenzen regelrecht geschockt.
Die Verfolgung der Juden im Dritten Reich mit der augenblicklichen Ablehnung und der Angst vor der muslimischen Bevölkerung in unseren Ländern zu vergleichen, wie es unser Vize-Premier ziemlich gewunden formulierte, ist nichts anderes als eine grobe Unverschämtheit. Und ein Zeichen von politischer Unreife.
Es ist mir nicht in Erinnerung, dass irgendwelche europäische Mitbürger jüdischen Glaubens zu irgend einem Zeitpunkt unsere gesellschaftliche Ordnung in irgendeiner Weise bedroht, und so Angst und Verfolgung ausgelöst hätten. Auch nicht vor, während und nach dem „Dritten Reich“.Das war ein staatlich orchestriertes Progrom.
Der Antisemitismus hatte und hat folglich kein Parallelen mit unserer Angst vor islamistischen Umtrieben. Wenn die elementaren Vergleiche unserer Regierenden auf sämtlichen Beinen hinken, kann von Verständnis wohl keine Rede sein.
Herr Bettel hat als Reaktion auf den ganzen Pariser Horror den peinlichen Versuch unternommen, öffentlich zu weinen, und in einem langen Schachtelsatz, ohne erkennbare Syntax, eine gesteigerte Entwicklungshilfe als Prävention gegen den Terror vorgeschlagen. Sancta Simplicitas!

Der Islam, oder vielmehr die Fehlentwicklungen, die aus dessen Glaubens- und Staatsverständnis hervorgehen, bedrohen inzwischen die ganze Menschheit, einschließlich die eigenen Glaubensbrüder und -Schwestern, die vor dem Terror in ihren eigenen Ländern zu uns herüber flüchten. Es sind nicht diese Flüchtlinge, die unsere Existenz bedrohen, wie es die dumpfen PEGIDA-Mitläufer zu glauben scheinen. Es sind Ansässige mit Migrationshintergrund, die bereits hier geborenen und gross geworden sind. Sie sind aber nie richtig in unserer Gesellschaft angekommen, vielleicht weil sie sich hin und her gerissen fühlen zwischen den Werten eines mittelalterlichen patriarchalen Islam, den ethische Vorstellungen also, die ihnen ihre Eltern vermittelt haben einerseits, und den freien Entfaltungsmöglichkeiten des Individuums in den Demokratien der westlichen Welt andererseits.
Die Frau in unseren Breiten ist (wenigstens theoretisch) dem Mann gleichberechtigt und kann ihr Leben selbst bestimmen. Allein dieser Unterschied rüttelt am Selbstverständnis und Selbstwertgefühl des islamischen Mannes, der es gewohnt ist,  in seiner Familie die letzte Instanz zu sein. Auch der größte menschliche und gesellschaftliche Versager bleibt das zu achtende Oberhaupt der Familie. Sein Wort gilt. Seine Frau und seine Töchter glaubt er verschleiern zu müssen, um sie vor den lüsternen Blicken anderer Männer zu schützen. Er bestimmt allein, wo sie wann und mit wem unterwegs sind. Eine verquere Logik, die unterstellt, dass alle (zumindest islamische) Männer unter einem unkontrollierbaren Sexualtrieb leiden und, logischerweise, alle (zumindest islamische) Frauen potentiell „unanständig“ sind, wenn sie unbeaufsichtigt sind.
Vergewaltigungen, wie sie in Indien an der Tagesordnung sind stehen hier nur insoweit zur Debatte, als daß eine unverschleierte, sich unziemlich-westlich kleidende und gebärdende Frau, dieser Logik entsprechend, die eigentliche Schuld am „Geschehen“ trägt. Welch entsetzliches, erbärmliches Welt- und Menschenbild. Und welch minderwertiges Selbstverständnis.

Es sind in Deutschland die „radikalen Verlierer“, wie Enzensberger sie bereits 2005 nannte, die auf uns losgehen. Die der zweiten oder bereits dritten Generation, die, ohne wesentliche Ausbildung und Zukunftsaussichten, die, mit dem Berufswunsch Harz IV, die, die weder vernünftiges Deutsch noch vernüftiges Türkisch sprechen und das Schwinden der absoluten männlichen Dominanz hinterhertrauern. Sie reißen so manchen orientierungslosen, dem Druck der heutigen Arbeits- und Konsumwelt nicht stand haltenden und nur bedingt intelligenten jungen Nicht-Moslem mit in das vermeintlich stabile und einfache moslimische Glaubenssystem. Der Koran regelt den Tagesablauf. Eigenes Denken ist nicht erforderlich.

Dass die Situation in Frankreich und Belgien, mit ihren Vorstadtghettos und der Perspektivlosigkeit der ehemaligen nordafrikanischen Kolonie-Immigranten belgischer oder französischer Nationalität, ohne sprachliche Kommunikationsprobleme, eine ganz andere ist, als die der türkischen Arbeitsimmigranten in Deutschland, dürfte einleuchten. Die Lage in beiden Kolonialherrenländern ist wesentlich explosiver. Man glaubt dazugehören zu müssen, und merkt im Alltag, daß dem nicht so ist. Wenn man Achmed heißt, braucht man sich so manches Mal namentlich gar nicht erst für einen Job zu bewerben.
Der Hass auf alle Anderen, auf alle, denen es „besser“ geht, auf die, die „dazugehören“, ist die logische Folge.

Das „Dazugehören“, das „Sich-Anpassen“, das „Sich-Integrieren“ ist umso schwieriger für die muslimische Welt, als ihr Glauben, ihre Religion sich nicht allein auf das Spirituelle im Hier und Jenseits beschränkt, sondern in Wahrheit eine vollständiges Regelwerk für fast alle Belange, Pflichten und Rechte des Alltags darstellen. Aufgestellt für eine Gesellschaft des 8. Jahrhunderts nach Christus. Vervollständigt, interprätiert, gegeninterprätiert und uminterprätiert in zahlreichen, fast genau so alten Hadithe (Überlieferungen). Schlußendlich sind dies Hadithe wichtiger geworden als der Koran selbst.
Zu keinem Zeitpunkt hat eine modernes, adaptiertes Verständnis der alten Texte sich in der moslemischen Welt durchsetzen können.
Somit stellen Koran und Hadithe den idealen Rahmen für eindimensionales Denken und Handeln dar. Sie eignen sich für „Versager“ jeglicher Ursache.
Wenn im Koran steht, „tötet alle Nichtgläubigen“, dann versuchen radikalisierte Mosleme ebendas zu tun. Nichtgläubige darf man anlügen, betrügen und ausrauben. Und natürlich töten. Damit rächen sie sich an einer Gesellschaft, mit der sie nicht zurecht kommen und von der sie sich verachtet fühlen. Jetzt werden sie zumindest gefürchtet. Sie erleben ein Gefühl der Macht und eines relativen „Erfolges“, zu denen sie in unserer modernen Gesellschaft keinen Zugang hatten.
Dass die Texte, auf die sie sich berufen, sich auf das 8. Jahrhundert und die damaligen Eroberungskriege beziehen, ficht diese Leute nicht an. Sie führen mit den technischen Errungenschaften des 21. Jahrhunderts, die nicht einmal aus ihren Kulturkreisen stammen, die Kriege ihrer Urahnen weiter.

Was all das mit dem Antisemitismus des letzten Jahrhunderts zu tun hat, mit der Shoa, oder mit der Bettelschen Entwicklungshilfe für dritte und vierte Welt zur Terrorprevention, ist mir völlig unverständlich.
Es reicht nicht, sich mit Geschäfts- und Staatsbilanzen auszukennen, wenn man Politik betreiben will. Ein Staat ist kein Betrieb, der nur von Buchhaltern geführt werden kann.

Vielleicht sollten wir der Einfachheit halber und zum besseren Verständnis aller, die Juden für den islamischen Terror verantwortlich machen. Palestina wird völkerrechtlich anerkannt, ohne dass dasselbe Palestina das Existenzrecht Israels anerkennen muss, Hamas und Hisbollah erhalten den Friedensnobelpreis, der saudische König wird Generalsekretär der Vereinten Nationen, die Mullhas übernehmen Unicef und ISIS wird in die UN-Blauhelm-Regimente integriert..

Ich kenne wen in der Hölle, der schaurig lacht!